Blumen sind die schönen Worte und Hieroglyphen der Natur, mit denen sie uns andeutet, wie lieb sie uns hat. – Johann Wolfgang von Goethe

Bindegewebsmassage

Bindegewebe ist ein Sammelbegriff für verschiedene Gewebetypen.

Sie haben gemeinsam, dass alle Bindegewebsarten aus embrionalem Mesenchym entstehen. Weiter ist für sie charakteristisch, dass sie reich an Interstitium (Zwischenzellemasse), bei einer relativ geringen Anzahl von Zellen, sind.

Die Bedeutsamkeit dieses Gewebes ist dennoch unbestritten, denn es erfüllt vielfältige Aufgaben, die weit über die reine Bindefunktion hinausgehen. So hält es die inneren Organe, und deren Form, ist Wasserspeicher und bildet alle Schutzhüllen im Organismus. Die erste Antwort der Immunabwehr auf einen durch die Haut eingedrungenen Erreger, erfolgt in diesem Intersitium, wobei die Fresszellen dieses Gewebes eine entscheidende Rolle spielen. Ohne ein gut funktionierendes Bindegewebe ist der Körper den Krankheitserregern ausgeliefert. Weitere Volkskrankheiten, wie die Veneninsuffizienz, sind die Folge eines schlechten Bindegewebes. Denn es ist an der Elastizität der Gefäße beteiligt. Wenn man betrachtet, welche Gewebearten unter dem Sammelbegriff Bindegewebe zusammengefasst werden, wird deutlich, wie groß dieses Feld ist.

Zum Bindegewebe zählt: lockeres, straffes, retikuläres, gallertiges und spinozelluläres Bindegewebe ; Knorpel- und Knochengewebe sind Stützgewebe, die wiederum im weiteren Sinn auch den Bindegeweben zugeordnet werden; Fettgewebe und einige Abwehrzellen des Blutes. So wichtiges Gewebe sollte besondere Beachtung finden, denn vieles im Organismus hängt von seiner einwandfreien Funktionalität ab.

bindegewebe-2Die Bindegewebsmassage kann natürlich nicht alle Bindegewebsbereiche direkt behandeln, aber einen Teil davon beeinflussen. Diese Behandlung wird nicht zur Entspannung angewandt, sondern dient der Unterstützung der Gesundheit. Die Massage selbst wird eigentlich nur von denjenigen als angenehm empfunden, die unter einer extremen Verhärtung der Muskulatur leiden. Doch ihre langfristige Wirkung ist deutlich spürbar. In den 20er Jahren sagte Elisabeth Dicke, die Forscherin, Physiotherapeutin und Begründerin der Bindegewebsmassage:“Die Massage des Bindegewebes, stärkt, beeinflusst, und gibt einen wirksamen Reiz auf das autonome Nervensystem. Es ist die Behandlung des Sympathikus und Parasympathikus, die alle Organe beeinflusst. Dieses System dient dem Individuum, ohne dass es ihm bewußt wäre. Die Massage reguliert den Blutdruck, die Beweglichkeit, die Verdauungssekrete, die Absonderung des Urin, die Schweiß-Sekretion, die Herzfrequenz, die Körpertemperatur und noch weiteres. Sie steuert auch emotionale Zustände, wie Angst, Schrecken, Furcht und Schmerz.“ Elisabeth Dicke vertrat die Ansicht, dass diese Methode der Massage, geschickt angewendet, auch auf bestimmte pathologische Zustände des Körpers, und Reflex-Reaktionen, hervorragende Ergebnisse erzielen kann. Den besten Beweis hat sie an sich selbst erbracht, indem sie ihr eigenes Becken behandelte, und dadurch ihr Bein vor der Amputation rettete. Die Bewegungen werden durch Spannung und Traktion des oberflächlichen und tiefen subkutanen Gewebes, mit diagnostischer und therapeutischer Funktion durchgeführt. Die Massage wird auf dem Rand einer Liege sitzend durchgeführt. Sie nimmt wenig Zeit in Anspruch, und ist sehr wirksam. Sie ermöglicht der Masseurin auch, zu weiteren Erkenntnissen, oder auf den Verdacht von Erkrankungen zu kommen, wodurch der Patient schneller einen Arzt aufsuchen, und Krankheiten frühzeitig diagnostizieren lassen kann. Diese Technik kann in der Orthopädie, Neurologie, Gynäkologie und bei Erkrankungen der inneren Organe angewendet werden. Sie kann zur Vorbeugung, Früherkennung und Therapie diverser Gebrechen eingesetzt werden. Kontraindikationen: akute Zustände, bösartige Tumore, bis zum dritten Monat einer Schwangerschaft und starker, roter Dermographismus. Akute Menstruation, hypertensive Krise, sowie schwere Verletzungen des zu behandelnden Körperteils.